Zahnungsbeschwerden

Die ersten Zähnchen zeigen sich im Mund des Babys – ein Grund zu feiern! Einerseits.

Andererseits haben Babys mit ihren ersten Zähnen manchmal ganz schön zu kämpfen. Die Lautstärke im Kinderzimmer steigt dann oft an, der Schlaf der Eltern leidet. Das Zahnen (auch Zahndurchbruch genannt – der Fachmann spricht von „Dentition“) ist ein natürlicher Prozess, den wir alle schon durchlaufen haben. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass Ihr Baby beim Zahnen Schmerzen oder anderweitige Beschwerden hat. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihrem Kind bei Zahnungsbeschwerden helfen können und worauf Sie achten müssen.

Wann erscheinen die ersten Zähne?

Zahnung - die ersten ZähneAlle Zähne sind von Anfang an im Kiefer Ihres Kindes angelegt – in seltenen Fällen kommt es sogar vor, dass manche schon bei der Geburt sichtbar sind. Normalerweise brauchen die Zahnwurzeln aber Zeit zum Wachsen und schieben die Zähne dabei Stück für Stück durch das Zahnfleisch in Richtung Mundhöhle. Dabei wird die Schleimhaut des Zahnfleischs, die den Zahn verdeckt, nach und nach immer dünner und öffnet sich am Ende, sodass der Zahnschmelz sichtbar wird. Meist sind es die mittleren Schneidezähnchen im Unterkiefer, die nach 4 bis 6 Monaten als erste Zähne im Mund erscheinen. Als nächste folgen dann normalerweise die äußeren Schneidezähne, dann die vorderen Backenzähne, die Eck- und zuletzt die hinteren Backenzähne.

Die Zähne im Oberkiefer erscheinen ungefähr in derselben Reihenfolge, aber meist etwas nach ihren jeweiligen Pendants im Unterkiefer. Im Alter von etwa 30 Monaten haben die meisten Kinder dann ein vollständiges Milchgebiss. Es besteht im Gegensatz zu dem in der Pubertät durchbrechenden bleibenden Gebiss aus nur 20 Zähnen (je vier Schneidezähne, zwei Eck- und vier Backenzähne in Ober- und Unterkiefer).

Damit ist die Entwicklung des Milchgebisses aber noch nicht abgeschlossen. Erst gegen Ende des 3. Lebensjahres ist die Verzahnung von Unter- und Oberkiefer so weit beendet, dass die Zahnkronen alle in Kontakt mit ihrem jeweiligen Gegenzahn stehen. Das Wachstum der Zahnwurzeln benötigt weitere 1 bis 2 Jahre. Erst dann ist das Milchgebiss vollständig fertig.

Welchen Zweck hat das Milchgebiss überhaupt?

Das Milchgebiss ist ein vorläufiges Gebiss – es ist das einzige „Organ“, das der Mensch im Laufe seines Lebens einmal vollständig austauscht. Wozu dieser Aufwand?

Das Milchgebiss des BabysKinder sind für ihre Entwicklung schon früh (ab dem Ende der Stillzeit) auf funktionierende Zähne angewiesen. Da das Wachstum des Schädels bzw. der Kiefer zu dieser Zeit aber noch nicht abgeschlossen ist, bieten die Kiefer des Babys oder Kleinkindes nicht ausreichend Platz für das große Gebiss eines Jugendlichen oder Erwachsenen. Dieses Problem löst das Milchgebiss mit seinen nur 20 Zähnchen. Durch das Wachstum des Kiefers rücken die Milchzähne allmählich auseinander und es entsteht ein lückig aussehendes Gebiss. Etwa ab dem 6. Lebensjahr erscheinen dann als erste bleibende Zähne die hinteren Backenzähne, über denen kein Milchzahn sitzt. Anschließend drängen die restlichen bleibenden Zähne nach und verdrängen nach und nach die Milchzähne des Kindes. Die bleibenden Zähne sind größer und breiter als die ersten Zähne, sodass wieder eine geschlossene Zahnreihe entsteht.

Bei einem Kind besteht das Milchgebiss aus nur 20 Zähnen, während das bleibende Gebiss der Erwachsenen 32 Zähne enthält. Der Name „Milchgebiss“ bzw. „Milchzahn“ erklärt sich einerseits durch die hellweiße Farbe der Milchzähne (im Gegensatz zu den eher gelblichen bleibenden Zähnen), andererseits durch die für Babys typische Ernährung mit Muttermilch.

Wie erkenne ich, dass mein Kind zahnt?

Das Zahnen ist eine schwierige Phase im Leben Ihres Kindes. Wenn die ersten Zähnchen sich durch das Zahnfleisch in Richtung Mundhöhle schieben, kann das Zahnfleisch spannen, drücken, jucken und schmerzen. An den folgenden Symptomen erkennen Eltern Zahnungsbeschwerden:

  • Das Baby kaut auf allem herum, was ihm in die Fingerchen kommt.
  • Es sabbert, d. h. es produziert Speichel im Überfluss.
  • Es hat rote Wangen, vor allem in der Nähe der Gegend, in der ein neuer Zahn kurz vor dem Durchbruch steht.
  • Sein Zahnfleisch ist gereizt und oft auch geschwollen.
  • Das Baby ist ungewöhnlich unruhig, weint mehr als üblich und schläft schlecht durch.

Die sogenannten „Zahnungsbäckchen“ entstehen dadurch, dass beim Zahnen die entsprechenden Bereiche des Kiefers und ihre Umgebung stärker durchblutet sind, wodurch sich die Wangen röten. Dabei wird gleichzeitig auch die Speichelproduktion angeregt, sodass zahnenden Kindern häufig die Spucke aus dem Mund läuft. Das sorgt dann wiederum häufig für wunde Stellen am Kinn, zumal die Babyhaut in dieser Phase ohnehin oft besonders empfindlich ist.

Wie kann ich mein Kind bei der Zahnung unterstützen?

Unterstützung bei der Zahnung

Das Wichtigste für Ihr Kind während der Zahnung ist Ihre Zuwendung. Leider reicht das nicht immer aus. Während der Zahnung ist vor allem das Zahnfleisch des Babys besonders empfindlich und juckt. Sie können die Zahnungsbeschwerden abmildern, indem Sie das Zahnfleisch Ihres Babys z. B. mit Silikon-Fingerlingen oder sorgfältig gewaschenen Fingern massieren. Eine Alternative sind gekühlte Beißringe, die das Zahnfleisch ebenfalls sanft massieren und so die Schmerzen während des Zahnens lindern. Ihr Baby kann darauf nach Herzenslust herumkauen und den Juckreiz selbst verringern, während es sich gleichzeitig aktiv beschäftigt. Dabei ist es wichtig, den Beißring niemals im Eisfach, sondern nur im Kühlschrank zu kühlen!

Wenn das Kind bereits Beikost erhält, können Sie den Beißring auch durch normale Nahrung ersetzen – Babys lieben kalte Möhren-, Gurken- oder Apfelstückchen, auf denen es herumkauen kann. Auch Brot mit Rinde ist gut geeignet. Diese Kauobjekte wirken ebenfalls wie eine Massage und verhindern gleichzeitig, dass das Kind ständig auf seine eigenen Finger beißt. Lassen Sie Ihr Kind dabei jedoch nicht unbeaufsichtigt, da es sich an den Stückchen auch einmal verschlucken kann. Auch kaugerechte Spielzeuge können während des Zahnens Linderung verschaffen.

Was lindert die Schmerzen beim Zahnen?

Bei gereiztem Zahnfleisch kann ein Zahnungsgel helfen. Sehr gut geeignet ist InfectoGingi Mundgel, das mit seiner bewährten 3-fach-Kombination von Wirkstoffen (Salbei, Kamille und Lidocain) die Entzündung hemmt und den Schmerz lindert. Die Wirkung tritt normalerweise in wenigen Minuten ein. Die Konsistenz des Gels und seine Haftfähigkeit an der Schleimhaut sorgen dafür, dass die helfenden Wirkstoffe lange im Kontakt mit der schmerzenden Stelle bleiben. Das Gel kann 4-mal täglich angewendet werden und ist ab Geburt zugelassen.

Oft werden in Drogeriemärkten rezeptfreie Zahnungsgele oder -salben angeboten, die zur Schmerzlinderung auf das Zahnfleisch aufgetragen werden sollen. Achten Sie bei derartigen Angeboten immer auf die Zusammensetzung: Manchmal enthalten diese Produkte viel Zucker (bis zu 30%!) oder Zuckerersatzstoffe. Zucker kann die eben erst durchgebrochenen Zähne sofort schädigen und Karies hervorrufen. Auch Zuckerersatzstoffe sind problematisch, weil Ihr Kind so schön früh auf den Geschmack „süß“ trainiert wird. Manche im Handel angebotene Zahnungsgels enthalten auch Alkohol – selbstverständlich sollten Sie im Interesse Ihres Kindes auch auf solche Mittel verzichten.

Ein gutes Zahnungsgel enthält überwiegend pflanzliche Wirkstoffe und keinen Zucker oder Zuckerersatzstoffe. Es wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend und haftet gut auf dem Zahnfleisch, damit die Wirkstoffe nicht gleich vom Speichel abgewaschen werden.

InfectoGingi Mundgel

Angebliche „Hilfsmittel“ wie Bernsteinketten können Sie vergessen – sie haben keine nachgewiesene Wirkung und sind gefährlich für Ihr Kind, weil es sich daran verletzen oder schlimmstenfalls sogar damit strangulieren kann.
Wenn Ihr Kind offensichtlich starke Schmerzen oder Fieber hat, können nach Rücksprache mit dem Kinderarzt auch Schmerz- und Fieberzäpfchen sinnvoll sein.

Ab dem ersten Zahn: Zahnpflege ist wichtig!

Zahnung - ZahnpflegeSobald die ersten Zähne da sind, müssen sie auch regelmäßig gepflegt werden. Milchzähne sind allgemein empfindlicher und weniger robust als die späteren bleibenden Zähne. Sie müssen daher mindestens einmal täglich – besser natürlich morgens und abends – gereinigt werden. Dazu können Sie entweder eine weiche Babyzahnbürste verwenden oder ein Wattestäbchen. Putzen Sie anfangs ohne Zahnpasta, bis Ihr Kind die Zahnpasta zuverlässig ausspucken kann und sie nicht versehentlich schluckt. Ab dann sollten Sie spezielle Kinderzahnpasta verwenden. Das regelmäßige und richtige Zähneputzen ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung gegen Karies und zur Gesunderhaltung der Zähne.

Kinderärzte empfehlen für Kinder, die noch keine Zahnpasta verwenden, oft die Einnahme von Fluoridtabletten. Fluorid kann den Zahnschmelz härten und ihn widerstandsfähiger gegen Karies machen. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Kinderarzt beraten.

Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll oder notwendig?

Bei starken oder länger andauernden Beschwerden, Fieber über 38,5 Grad oder Symptomen einer Infektion sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Fiebrige Infekte oder Durchfall können zwar während des Zahnens auftreten, hängen aber nicht direkt damit zusammen. Ihre Ursache muss deshalb abgeklärt werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei der Zahnung treten die ersten Zähne Ihres Babys durch das Zahnfleisch.
  • Häufig treten dabei Zahnungsbeschwerden auf: Das Zahnfleisch Ihres Kindes ist gereizt, juckt und schmerzt.
  • Babys sind in dieser Zeit oft unruhig, sabbern und kauen auf allem herum, was ihnen in die Finger kommt.
  • Unterstützend wirken Massagen des juckenden Zahnfleischs, Kauspielzeuge oder gekühlte Karotten- oder Gurkenstückchen.
  • Bei stärkeren Zahnungsbeschwerden hilft ein Zahnungsgel wie z. B. InfectoGingi Mundgel, das Entzündungen bekämpft und den Schmerz lindert.
  • Ab dem Erscheinen der ersten Zähnchen muss auf konsequente Mundhygiene geachtet werden, um Karies vorzubeugen.

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